Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine gibt es einen merklichen Wandel der gesellschaftlichen Haltung zu Militär und Militärforschung in Europa. Zunehmend bewerben sich Hochschulen im deutschsprachigen Raum auf Forschungsprojekte und Fördertöpfe zu militärischer Forschung. Außerdem gewinnt die Rüstungsindustrie als potenzieller Arbeitgeber für Ingenieur:innen an Bedeutung. Da wir die Mitwirkung an sowohl rein militärischer als auch Dual-Use Forschung für eine zutiefst persönliche Entscheidung halten, fordern wir:
- Raum in Studienplänen für eine ethische Betrachtung von Ingenieurtätigkeiten in Bezug auf militärische, Dual-Use und zivile Forschung und Arbeit zu schaffen und die Befassung mit diesen Inhalten angemessen mit Leistungspunkten zu bewerten.
- Transparenz gegenüber Studierenden, die einer Hilfswissenschaftstätigkeit nachgehen oder eine Abschlussarbeit schreiben. Sowohl in Bezug auf angestrebte militärische oder Dual-Use Verwendung der Forschungsinhalte als auch eine Finanzierung durch Unternehmen/Institutionen mit Militärbezug.
- Eine Offenlegung der Finanzierung von Forschungs- bzw. Studienarbeitsthemen an den Hochschulen, soweit es der gesetzliche Rahmen zulässt.